Annas erste Tage in Afrika

Kommentare: 1 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Anna (Dienstag, 29 Dezember 2015 21:59)

    Fünf Stunden Autofahrt durch Simbabwe

    Hallo ihr Lieben,

    Erstmal möchte ich mich für eure lieben Kommentare bedanken ich habe mich wirklich sehr darüber gefreut!
    Die nächsten drei Tage werden Charles Sigrid und ich an den Viktoria Fällen verbringen. Sie sind die größte Tourismusattraktion hier in Simbabwe und eine wichtige Einnahmequelle für die Menschen. Aber heute möchte ich euch berichten was ich auf unserer langen Fahrt gesehen erfahren und erlebt habe. Das erste was einem auffällt, wenn die Landschaft am Autofenster vorbei zieht, ist die Trockenheit. Alles ist so kahl und manche Flüsse sind sogar ganz ausgetrocknet. Hier regnet es zwar eher selten, aber normalerweise müsste um diese Jahreszeit der Regen kommen. Doch für dieses Jahr ist kein Regen zu erwarten und das wird bestimmt noch ein großes Problem werden. Was mir ebenfalls aufgefallen ist und was ich von Deutschland nicht kenne, sind die ständigen Kontrollen der Polizei. Wir sind auf unserem Weg an acht Stück vorbei gekommen. Sie stehen einfach auf der Straße oder sitzen am Rand im Schatten und halten die Autos an. Dann wird schön Smalltalk gehalten (über das Wetter zum Beispiel ) und danach kann man weiter fahren. Doch was mich auf der Fahrt am meisten beschäftigt hat waren die Menschen am Straßenrand und die „Dörfer“ in denen sie Leben. Wenn man an Afrika denkt, sieht man die Bilder vor sich, die wir aus dem Fernsehen oder von Büchern kennen. Wilde Tiere , arme Menschen, Lehmhütten und weit und breit nur Busch. Genau das habe ich heute fünf Stunden lang mit meinen eigenen Augen gesehen und trotzdem kann ich noch nicht glauben, dass Menschen so leben können.
    Erstmal dachte ich hier gibt es nichts als Sträucher und Bäume, aber dann hab ich Wege aus Sand gesehen die von der Straße aus in den Busch führten und dann sah ich auch die ersten Hütten. Es stehen immer mehrere zusammen, sodass es wie ein kleines Dorf wirkt. Davon gibt es dann wiederum ganz viele in verschiedenen Größen und jedes sieht anders aus. Die meisten Hütten sind rund aus Lehm und haben ein Strohdach. Manche sind aber auch aus Stein gebaut und mit einem Blechdach. Irgendwie sahen diese Dörfer sogar richtig gemütlich und schön aus. Manche waren auch von einem Zaun aus Holz umgeben. Andere waren richtig liebevoll gestaltet mit bemalten Hütten. Auf den Ackern bei den Hütten habe die Menschen auch die Kinder gearbeitet. Viele sind an der Straße entlang gelaufen (manche sogar ohne Schuhe) und haben Wasserkanister und Krüge getragen, besonders die Kinder. Manche hatten sogar einen Karren der von einem Esel gezogen wurde. Ich war wirklich geschockt wie die Menschen hier leben. Man hört das zwar alles und kennst die Bilder, aber es selbst zu sehen ist nochmal etwas ganz anderes. Besonders überrascht hat mich jedoch wie glücklich sie alle gewirkt haben, alle haben gelächelt . Einmal haben wir am Straßenrand angehalten um ein Bild zu machen, da kamen schon die ersten Kinder und haben uns neugierig angesehen. Sie haben und gegrüßt und gefragt wie es uns geht und es kamen immer mehr. Sigrid hatte wieder ein Päckchen Gummibärchen dabei und die älteste hat es bekommen. Genau wie auch schon im Kinderheim haben sich dann alle hingestellt und gewartet bis sie ein einziges bekommen haben, damit für jeden eins da ist. Sie haben sich so darüber gefreut wie ein Kind bei uns in Deutschland, wenn es einen großen Haufen Geschenke unter dem Tannenbaum sieht.
    Ich finde die Menschen und besonders die Kinder hier einfach beeindruckend! Sie sind so freundlich und dankbar, an ihnen sollten sich viele von uns ( auch ich; das gebe ich gerne zu) ein Vorbild nehem.

    Bis bald Anna