Siegrid Nieder vor Ort

Neues aus Simbabwe, ein Bericht von Siegrid Nieder


Neues aus Simbabwe                                                                                                                         22.April 2014
Im Oktober/November 2013 war ich wieder in Simbabwe.
Das Sandra Jones Children's Village ist umgezogen. Im Randgebiet von Bulawayo konnte ein leerstehendes Hotel billig erworben werden. Nun haben die ca. 100 Waisenkinder hier ein neues Zuhause gefunden. 6-8 Kinder teilen sich ein Zimmer mit eigener Toilette und Dusche.
Zum ehemaligen Hotel gehört auch ein riesiger Park. Darauf wurde jetzt ein großer Acker angelegt, um Mais, Kartoffeln und Gemüse anzupflanzen. So können sie sich damit selbst versorgen. Es wurde auch eine Kaninchen- und Hühnerzucht gestartet. Die Tiere und auch Eier werden verkauft, um Geld für Kleidung, Schulbücher, Öl, Mehl, Tee, Zucker usw. zu haben. Ein Teil der Hühnereier ist für den eigenen Bedarf. Fleisch gibt es nicht jede Woche, nur zu besondern Anlässen, wie Weihnachten oder Ostern und wenn einmal im Monat Geburtstag gefeiert wird. Die älteren Kinder und Jugendlichen versorgen die Hühner und Kaninchen und arbeiten im Garten.
Viele Waisenkinder haben nie eine Schule besucht. Nun können sie hier im Waisenhaus Lesen und Schreiben lernen. Für viele Jugendliche ist es sehr hart erst mit 12 oder 14 Jahren damit zu beginnen, aber sie sind eifrig dabei. Ein Lehrer unterrichtet sie nachmittags ehrenamtlich.
Ich habe auch wieder Insusa besucht. Ca. 80 km von Bulawayo entfernt leben viele Waisenkinder in ihrem Kral und werden von der Dorfgemeinschaft mitversorgt. Father Charles Rensburg besucht diese Region regelmäßig und unterstützt die Menschen mit Lebensmittel und Medikamenten. Insusa ist ein Teil seiner früheren Pfarrei. Er ist oft der einzige Besucher.
Das größte Ereignis dort ist die Weihnachtsfeier für ca. 400-450 Waisenkinder. Mit Spendengeldern, hauptsächlich aus Bexbach, gelingt es genügend Essen zu beschaffen und jedes Kind mit Schulheft und Bleistift zu beschenken. Viele Pfarreimitglieder helfen vor Ort bei der Organisation.
Ich habe mit Father Charles telefoniert. Er war sehr beeindruckt, dass die Firmlinge von Bexbach auch diesmal wieder einen Hungermarsch für seine vielen Waisenkinder starten wollen. Er kann gar nicht glauben, dass sich junge Menschen, 9 000 km von Simbwe entfernt, auf den Weg machen, um ihnen zu helfen.
Auch ich finde es großartig, denn ihr zeigt damit ein Engagement gegen Hunger und Not, was nicht selbstverständlich ist.
Ihr seid auf einem guten Weg - für Bildung und Menschenwürde, Gerechtigkeit und Frieden.
Ich hoffe ihr findet viele offene Ohren und Spender für die Waisenkinder von Father Charles Rensburg in Simbabwe.
Jeder Euro hilft und ist ein großartiges Zeichen, dass die Menschen dort nicht vergessen sind.
Dafür können Father Charles und ich nicht genug danken.

Sigrid Nieder