Arbeitskreis Ökumene

Pfarrei St. Josef Frankenholz

Pfarrei St. Maria Höchen

Prot. Kirchengemeinde

Höchen - Frankenholz - Websweiler

 

 

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Jubiläumsfahrt des Arbeitskreises Ökumene

Seit der 1. Ökumenefahrt des Arbeitskreises Ökumene Frankenholz/Höchen/Websweiler unter der Leitung von Pfarrer Adi Schweizer sind fast genau 20 Jahre vergangen. Und so steuerte nun der Arbeitskreis am Samstag, dem 18. Juni 2016, das gleiche Ziel erneut an – die Simultankirche in Otterberg.

 

Im voll besetzten Bus ging es um 9.00 Uhr los zum größten Sakralbau der Pfalz neben dem Speyerer Dom. In Otterberg angekommen wurde die imposante Abteikirche des ehemaligen Zisterzienserklosters unter fachkundiger Führung besichtigt. 1168 war mit dem Bau der Klosterkirche durch den Zisterzienser-Orden begonnen worden. Die Kirche hat imposante Ausmaße von 29 Metern Höhe, 30 Metern Breite und 94 Metern Länge. Da der Orden in Otterberg Ende des 13. Jahrhunderts auf 250 Mönche angewachsen war, wurden die 750 Sitzplätze in der Kirche neben den Mönchen auch für die Bewohner des Städtchens benötigt. Durch Verpachtungen und Schenkungen konnte das Kloster finanziert werden. Im Zuge der Reformation wurde es leider 1561 geschlossen, wie übrigens alle damaligen Klöster der Kurpfalz. 1579 kam es im Gebiet um Otterberg zum Aufblühen der Gegend durch die Ansiedlung von französisch sprechenden Wallonen aus Belgien. Der damalige Pfalzgraf Johann Kasimir verfügte deshalb den Erhalt der Klosterkirche.

Im Jahre 1708 wurde die Otterberger Klosterkirche schließlich zur Simultankirche. Sie wird seitdem sowohl von Katholiken als auch von Protestanten als Gottesdienstraum genutzt. Allerdings wurde damals eine 1,60 Meter dicke Trennmauer bis zur Decke eingezogen, ohne Verbindung zum anderen Teil. Das Längsschiff diente seit dieser Zeit den evangelischen Christen als Gottesdienstraum, das Querschiff den Katholiken. 1976 wurde der Innenraum der Kirche renoviert. Die Wände aus Otterberger gelbem Sandstein wurden gereinigt, aber in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten.

Nach mehreren öffentlichen Abstimmungen zur Trennwand zwischen beiden Konfessionen in der Kirche verfügte das Landesdenkmalamt schließlich deren Entfernung. Heute hat die Kirche einen drehbaren Ambo und einen Altar, der von beiden Seiten genutzt werden kann. Gottesdienste werden in regelmäßigem Wechsel für beide Konfessionen abgehalten. Mit dieser Öffnung des einen Kirchenraums für beide Konfessionen ist die Abteikirche in Otterberg zum Vorreiter des ökumenischen Miteinanders in der Westpfalz geworden.

 

Nach dieser aufschlussreichen Kirchenführung kam es noch zu einer spontanen Begegnung mit Herrn Pfarrer Marco Gabriel, dem ehemaligen Kaplan der Pfarrei St. Martin, Bexbach, der seit 3 Jahren in Otterberg tätig ist. Die Wiedersehensfreude war auf beiden Seiten sehr herzlich. Nach einem kurzen Besuch im Kapitelsaal verabschiedete sich die Reisegruppe dann auch Richtung Einselthum im Zellertal, wo im Weingut „Martinspforte“ ein deftiges Mittagessen bereit stand.

Gegen 14.00 Uhr zeigte der Seniorchef des Weinguts, Herr Bayer, der ökumenischen Reisegruppe neben dem Wotanfelsen, einer keltischen Thingstätte, noch 2 interessante kleine Kirchen des Ortes Zell. Zunächst die schlichte, kalvinistische Grabeskirche des Philipp von Zell, eines englischen Wandermönchs, die 975 erbaut, die älteste Stiftskirche der Pfalz darstellt. Nur wenige Schritte daneben befindet sich das katholische Kirchlein in barocker Innenausstattung, ein Gegensatz, der größer nicht sein kann.

 

Um 15.00 Uhr wurde schließlich die Weiterfahrt nach Kirchheimbolanden angetreten, wo die Paulskirche besichtigt wurde, die ehemalige Stadt- und Hofkirche von 1744. Sie ist eine lutherisch-reformierte Kirche in quadratischer Form mit einer Fürstenloge. Erbaut wurde sie in französich-klassizistischem Stil, ähnlich der Ludwigskirche in Saarbrücken. Highlight dieser Kirche ist eine Barockorgel von Johann Michael Stumm, die 1745 vollendet wurde. Auf ihr hat Wolfgang Amadeus Mozart im Jahr 1778 gespielt. Diese Orgel wurde zusammen mit einem Glockenspiel vom Kantor der Kirche der Reisegruppe vorgespielt und war der eindrucksvolle Schluss-Akkord dieser umfangreichen Besichtigungs-Tour.

 

Im Schlosshotel in Rockenhausen klang der Ökumene-Tag bei einem gemütlichen Beisammensein aus. Herr Dr. Klein bedankte sich auf dem Nachhauseweg herzlich bei Familie Steitz und Familie Lapré für die sehr gute Vorplanung und Organisation der ökumenischen Jubiläumsfahrt 2016.


St. Josef Frankenholz

St. Maria Geburt Höchen

 

Prot. Kirchengemeinde

Höchen - Frankenholz - Websweiler

 

 

Die ersten ökumenischen Kontakte wurden von Pfarrer Emil Bayer und Pfarrer Addi Schweizer geknüpft. Im Jahr 1976 wurde die erste Weihnachtsbotschaft ausgetauscht. Die beiden Pfarrer verlasen die Botschaft im Gottesdienst. Ab 1980 wird die Weihnachtsbotschaft von einer Abordnung der jeweiligen Gemeinde im Gottesdienst der Partner vorgetragen.

 

Nach einem ersten Treffen zum Gedankenaustausch zwischen Presbyterium und Pfarrgemeinderat im Jahr 1977 kommt es am 29.08.1980 zur ersten gemeinsamen Sitzung. In unregelmäßigen Abständen treffen sich die Gremien. Viele gemeinsame Aktionen werden durchgeführt. Bibelabende, ökumenische Gottesdienst bei Festen, Aussiedlergesprächekreis, Vorträge zu konfessionsverschiedenen Ehen, das Ökumenische Totengedenken, der ökumenische Mitmach-Gottesdienst, gemeinsamer Stand bei Weihnachtsmärkten und Dorffesten und vieles andere mehr.

 

Der Arbeitskreis Ökumene wird im Jahr 1985 gegründet. Die Mitglieder treffen sich regelmäßig zweimal im Jahr: In der Woche der Einheit der Christen, die im Januar mit ökumenischen Gottesdiensten gefeiert wird und im Herbst. Die Sitzungen finden abwechselnd in den drei Pfarreien statt. Im Jahr 2005 feierte man in Höchen gemeinsam das 20-jährige Bestehen des Arbeitskreises und das 25-jährige Bestehen der Ökumene am oberen Höcherberg.

 

Als am 8.12.1991 die Protestantische Kirchegemeinde das Martin-Niemöller-Haus in Frankenholz einweihte, spendeten die katholische Pfarreien St. Josef Frankenholz und St. Maria Geburt Höchen eine Glocke mit der Inschrift:

 

Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe – ut omnes unum sint.

 

Die Glocken wurden auf das Geläute der Katholischen Pfarrkirche abgestimmt, so dass beim gemeinsamen Läuten ein wunderbarer Klang ertönt.

 

Der ökumenische Mitmach-Gottesdienst für kleine und große Leute wurde im Jahr 1995 im Martin-Niemöller-Haus gefeiert. Besonders angesprochen sind Kleinkinder. Die Gruppe vorwiegend aus Frauen bereitet mehrere Gottesdienste im Jahr vor, davon einer zu Weihnachten und einer im Freien.

 

Im Jahr 1996 wurde der erste Ökumene-Ausflug angeboten. Er führte die Teilnehmer nach Otterberg. In den folgenden Jahren organisierte man jährlich eine Fahrt bei der jeweils eine evangelische und eine katholische Kirche oder Einrichtung besichtigt wird. Die Ausflüge sind als Halbtagsfahrt konzipiert und werden von den Gemeinden gut angenommen.

 

Ab 2009 wird abwechselnd in den Gemeinden ein Tauferinnerungsgottesdienst gefeiert, bei dem alle 10-Jährigen angesprochen werden, um ihnen die Taufe - die sie ja als Baby - nicht bewusst miterleben konnten, näher zu bringen.