Historisches aus Frankenholz

Kath. Pfarrei St. Josef Frankenholz

 


( Frankenholz gehört seit 1974 zur Stadt Bexbach und liegt am Südhang des Höcherberges

Der Ort hat rund 2.500 Einwohner, davon rd. 1.400 Katholiken )

Am 4.September 1927, wurde durch Bischof Dr. Ludwig Sebastian die Pfarrkirche St. Josef eingeweiht. Damit ging für die Frankenholzer Katholiken ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. Zwar wurde die selbständige Pfarrei erst am 15. April 1930 errichtet, jedoch erhielt Frankenholz mit Billigung der Regierungskommission des Saargebietes bereits mit der Einrichtung einer Lokalkaplanei kurz nach der Weihe der Kirche am 1.Oktober 1927 eine selbständige Seelsorgestelle Sie wurde am 15.Oktober 1927 dem Lokalkaplan Luitpold Layes übertragen, der am 23.Oktober 1927 als erster Seelsorger von Pfarrer Weiser aus Höchen in sein Amt eingeführt wurde. Die Katholiken von Frankenholz waren damit aus der Mutterpfarrei Höchen ausgeschieden.

 

Wechselhafte Geschichte seit der Gründung des Dorfes

 

Die Frankenholzer Katholiken haben eine wechselhafte Geschichte in den über 300 Jahren des Bestehens des Siedlungsortes Frankenholz hinter sich. Ausgehend davon, dass Nicolaus Dumont mit seiner Familie 1697 den Frankenholzer Hof auf den verfallenen Mauern eines ehemaligen Hofgutes des Klosters Wörschweiler errichtete (Papst Innozenz III bestätigte Anno 1212 dem Kloster Wörschweiler u.a. den Besitz des Hofes Winresbach ), das wohl auch von Mönchen dieses Klosters einmal bewirtschaftet wurde, waren die ersten Siedler des heutigen Dorfes Frankenholz Katholiken. Die Frankenholzer Katholiken gehörten zu der im Jahre 1683 neu gegründeten Pfarrei Mittelbexbach. Mittelbexbach, im 30jährigen Krieg völlig zerstört, wurde zu diesem Zeitpunkt neu besiedelt, und zwar großteils von Katholiken aus dem französischsprachigen Raum. Die Pfarrei gehörte zum Erzdiakonat Saarburg in Lothringen, Bistum Metz. Aus dieser Pfarrei Mittelbexbach kam auch Nicolaus Dumont nach Frankenholz. Er war vorher aus dem ehemaligen wallonischen Luxemburg kommend, zunächst in Mittelbexbach eingewandert.

Die Zugehörigkeit zur Pfarrei Mittelbexbach beweisen auch Eintragungen in den dortigen Pfarrbüchern. So wird zum Beispiel von Pastor Nikolaus Pratz aus Mittelbexbach am 02.02.1713 über „Geistererscheinungen“ bzw. „Teufelsmachenschaften“ in dem Anwesen von Nicolaus Dumont auf dem Frankenholzer Hof berichtet. Hinweise auf die Religionszugehörigkeit der Bewohner von Frankenholz sind aus einem Bericht des Oberamtes Ottweiler aus dem Jahre 1763 zu entnehmen: „In Frankenholz sind alle katholischer Religion und nach Mittelbexbach eingepfarrt. Wenn Lutherische einmal dahin kommen, gehören sie zur Pfarrei Neunkirchen, Reformierte zur Pfarrei Limbach.“

Bis zum Jahre 1803 gehörte Frankenholz zur Pfarrei Mittelbexbach. Es war eine bewegte Zeit nachdem die protestantischen Grafen von Saarbrücken wieder die volle Souveränität über ihren Besitz erhielten (1697) und die zuvor wohlwollende Behandlung der Katholiken seitens der Behörden beendet war. Ab 1792 machten sich auch die Auswirkungen der Französischen Revolution für die Gläubigen bemerkbar. Gottesdienste waren verboten und Kirchen teilweise demoliert. Als dann 1801 unter Napoleon ein Konkordat mit Papst Pius VII. abgeschlossen wurde, entstand eine neue kirchliche Organisation. Die Erzdiözese Trier - ihr war auch das Bistum Metz untergeordnet - wurde aufgelöst und ein neues Bistum Trier geschaffen. 1802 endete damit die Zugehörigkeit auch des Höcherbergraumes - der nunmehr zum Saardépartement gehörte - zum Bistum Metz. Mittelbexbach wurde im Rahmen der Neuorganisation im Bistum Trier eine Hilfspfarrei. Weitere Hilfspfarreien mussten wegen der stetig wachsenden Bevölkerungszahlen gegründet werden. So entstand 1803 die „Hilfspfarrei“ Höchen und Frankenholz wie auch Hangard, Jägersburg und Münchwies wurden als Filialen zugewiesen. Nach den Niederlagen Napoleons und der Befreiung von der französischen Herrschaft (1814/15) brachte die Neuordnung Europas auch politische und kirchliche Grenzveränderungen in unserem Raum. In diesem Zusammenhang fanden auch die Diözesangrenzen eine Änderung. Die katholischen Pfarreien der nun bayerischen Pfalz wurden im Juni 1817 in dem neu entstandenen Bistum Speyer zusammengefasst. Höchen wurde selbständige Pfarrei im Dekanat Homburg, Bistum Speyer. Zu ihr gehörte auch weiterhin das ebenfalls bayerisch gewordene Frankenholz, das kommunalpolitisch aber ein Ortsteil von Oberbexbach war.

 

 

Die Mutterpfarrei Höchen wird „überflügelt“ - erste Bestrebungen zum Bau einer Kirche

 

Mit dem Entstehen der Grube Frankenholz in den Jahren 1879 bis 1892 (der Bergbau endete im Jahre 1959), erlebte das bis dahin kleine Dörflein Frankenholz einen beträchtlichen Bevölkerungszuwachs. Vor allem die Zahl der Katholiken stieg von 178 ( Jahr 1865 ) auf 1074 ( Jahr 1910 ). Dabei waren noch nicht die in den Schlafhäusern der Grube lebenden katholischen Bergleute mit eingerechnet. Die „Mutterpfarrei“ Höchen war somit „überflügelt“. In Frankenholz lebten mehr Katholiken als Höchen Einwohner hatte (1910 = 979).

Bereits am 1. August 1902 wurden die ersten Bestrebungen zum Bau einer Kirche in Frankenholz aufgenommen. Unter Leitung von Pfarrer Weiler gründeten die Katholiken von Frankenholz einen Kirchenbauverein, der eine rege Sammeltätigkeit entfaltete. Am 13.August 1913 errichtete Prinz Ludwig, des Königreiches Bayern Verweser, eine „Katholische Filialkirchenstiftung Frankenholz“. Bei Kriegsausbruch 1914 waren fast 100.000 Goldmark beisammen und das umfangreiche Baugelände auf der Gewanne „Steinrötchen“ erworben. Leider hat der 1.Weltkrieg den dringend erforderlichen Kirchenbau verzögert und brachte auch eine Geldentwertung.

 

Der Kirchenbau kann realisiert werden

 

In den ersten Nachkriegsjahren fehlten dann die Mittel für einen Kirchenneubau. Erst neue großzügige Spenden der Pfarrangehörigen, Sammlungen der katholischen Männer, die mit Zustimmung der Regierungskommission des Saargebietes im ganzen Land vorgenommen werden durften, ein großer Zuschuss der Diözese Speyer und eine Dollaranleihe mit hoher Verzinsung ermöglichten es Pfarrer Josef Eiswirth aus Höchen mit der Kirchenverwaltung und in Verbindung mit dem Kirchenbauverein im Jahre 1925 Pläne für den Kirchenbau und ein Pfarrhaus durch Akademieprofessor Richard Berndl aus München erstellen zu lassen.



„Die exponierte Lage dicht unterhalb des Höcherberges ließ Berndl am Außenbau einen neuen malerischen Gruppenbau planen“, so ist in einem Bericht über den Kirchenbau-Architekten zu lesen, der zwischen Chor und Turm einen niederen Verbindungsgang plante, der sich in weitem Bogen zwischen Pfarrhaus und Kirche öffnet. Es ist dem Geistlichen dadurch möglich, vom Obergeschoss des Pfarrhauses direkt die Sakristei zu betreten. Mit der Bauausführung wurde die Firma Albert aus Frankenholz beauftragt. Der bauausführende Architekt Zawar nahm an dem Plan von Berndl eigenwillig und ohne Rücksprache mit dem Architekten zu nehmen gravierende Änderungen vor. So wurde der Turm nicht so ausgeführt, wie er geplant war. Die ursprünglich vorgesehenen Zierfelder am Glockengeschoß, die Verdachungen am Uhrenfeld wurden weggelassen. Auch die Blendrahmen und Zierfelder an den Chorfenstern kamen nicht zur Ausführung. So wirkt der Bau heute nüchterner als er vom Architekten eigentlich geplant war.

Am 14. Juli 1926 wurde mit dem Ausheben der Fundamente begonnen. Diese Arbeiten wurden unentgeltlich geleistet. Bei strömendem Regen, aber unter großer Anteilnahme der ganzen Bevölkerung, konnte Bischof Dr. Ludwig Sebastian am 17.Oktober 1926 die Grundsteinlegung vornehmen. Wie eingangs erwähnt wurde am 4. September 1927 die neue Kirche zu Ehren des hl. Josef geweiht. Die Kirche, ein Langschiff mit zwei Seitenschiffen, weist folgende Maße auf: Länge 41 m, Höhe 25 m. Der gedrungene viereckige Turm hat eine Höhe von 30 m. Das Kirchenschiff umfasst rd. 500 Sitzplätze, die Empore 50 Plätze. Die Breite der Kirche beträgt 18 Meter und die Höhe bis zur Mitte der gewölbten Tonnendecke knapp 13 Meter. In einer Beschreibung der Pfarrkirche heißt es: Der Innenraum ist basilikal gestaltet, wobei sich diese Raumform auch am Außenbau deutlich abzeichnet. Hauptwert ist auf die Beleuchtung des Mittelschiffs gelegt. Die Seitenschiffe besitzen nur kleine quadratische Lichtöffnungen, die das Seitenschiff nur punktuell beleuchtet sein lassen und die Bedeutung gegenüber dem Mittelschiff mindern. Auch von der Wölbung durch eine Holztonne auf Schrägkonsolen mit durchgehenden Binderbalken her liegt die Betonung auf diesem Raumkörper. Die Mittelschiffwände öffnen sich in fünf weiten Arkaden zu den Seitenschiffen hin. Gerade die Holztonne gibt dem Raum eine eigenstarke Ausdrucksweise.

 

Wie eine Burg überragt die Pfarrkirche von weither sichtbar die Silhouette des Dorfes. Johann Josef Morper schreibt in seinem Werk „ Katholische Kirchenbauten an der Saar“ (1935) über die Pfarrkirche St. Josef: „Von allen neueren Kirchenbauten des Saargebietes ist dieser Kirchenbau durch eine unvergleichlich herrliche Lage dicht unterhalb des Höcherberges ausgezeichnet. Die überwältigend großartige Fernsicht geht Hunderte von Kilometern weit bis an den blau verdämmernden Rand der Erde“

 

Das Pfarrhaus wurde in den Jahren 1929/30 nach den (allerdings leicht veränderten) Plänen von Berndl mit dem vorgesehenen Verbindungsgang errichtet. Im Jahre 1931 wurden die ersten 4 Glocken geweiht, 3 von ihnen wurden jedoch im Mai 1932 zum Einschmelzen für Kriegszwecke vom Kirchturm genommen. 1952 und 1955 kann das Geläut der Pfarrkirche jedoch wieder vervollständigt werden. 1950 erhielt die Kirche eine neue Späth-Orgel mit 21 Registern. Mehrere Sanierungsmaßnahmen mussten in und an der Kirche im Laufe der Jahre vorgenommen werden, darunter auch kostenaufwändige Dach- und Außenputz-Sanierungen.

 

Die Entwicklung der Pfarrei St. Josef im kurzen Rückblick

 

Nach der formellen Errichtung der selbständigen Pfarrei St. Josef am 15.April 1930 wurde am 15.Oktober 1930 Lokalkaplan Layes offiziell zum ersten Pfarrer der jungen Pfarrgemeinde bestellt. Der Kirchenbau aus Steinen war vollzogen, der „innere“ Aufbau der Pfarrei konnte beginnen.

Mehrere katholische Organisationen wurden gegründet und dienten der Seelsorge, so der Jünglingsverein, die Jungfrauenkongregation ( nach dem 2. Weltkrieg in der Kath. Jugend vereint), die Deutsche Jugendkraft (DJK), der kath. Kirchenchor, die kath. Frauengemeinschaft wie auch das „Werkvolk“. Schon vor dem Bau der Kirche errichtete Pfarrer Eiswirth (Höchen) im Jahre 1924 in Frankenholz eine Schwesternstation, die mit 3 Schwestern aus dem Mutterhaus der Dominikanerinnen (Arme Schulschwestern) in Speyer besetzt wurde. Der im Juli 1924 gegründete Krankenhilfeverein St. Elisabeth wurde der Träger der Station. Die Schwestern leiteten den Kindergarten (gegründet 1927/28) und die Handarbeitsschule und übernahmen die ambulante Krankenpflege. Der Verein erwarb 1933 von der politischen Gemeinde Oberbexbach/ Frankenholz das erste Frankenholzer Schulhaus und baute es für Schwesternwohnung, Kindergarten und Jugendräume aus. Leider wurde die Schwesternstation im Juli 1979 nach rd. 55jähriger segensreicher Tätigkeit aufgelöst. Der Kindergarten steht seither unter „weltlicher“ Leitung. Die ambulante Krankenpflege wurde 1975 von der Ökum. Sozialstation Bexbach übernommen.

Die stetige Entwicklung der Pfarrei nahm durch Behinderungen aller Art während der Zeit des Nationalsozialismus großen Schaden. So sei auch an die „Kreuzgeschichte“ im Februar 1937 erinnert, die zum bekannten Frankenholzer Schulstreik führte und viel Unruhe und Aufregung in der Gemeinde auslöste. Zum Glück erfuhr der Ort Frankenholz im 2. Weltkrieg keine größeren Kriegsschäden. Dennoch fielen 12 Bomben auf den Ort, 2 Häuser wurden zerstört, das Dach der Kirche und einige Fenster wurden beschädigt. Das Schwesternhaus wie auch viele andere Häuser wurden teilweise schwer mitgenommen. Menschleben waren als Folge der Jabo-Angriffe nicht zu beklagen.

Pfarrer Luitpold Layes, 1963 zum Bischöfl. Geistl. Rat und am 12. Oktober 1967 zum Ehrenbürger der Gemeinde Frankenholz ernannt, leitete die Pfarrei 44 Jahre und trat 1971 in den Ruhestand. ( Er verstarb am 20.Januar 1994 im Altenheim in Landstuhl im Alter von knapp 95 Jahren) Nachfolger von Pfarrer Layes wurde 1971 Pfarrer Emil Bayer. Mit Wirkung vom 1.Dezember 1996 ging Pfarrer Bayer in den Ruhestand (verstorben am 5.12.1998 in Lautzkirchen). Bischof Dr. Anton Schlembach bestellte zum 9. Dezember 1996 Pater Paul Kasper, MSC (Johanneum Homburg), zum Ständigen Administrator der Pfarrei, mit den Rechten und Pflichten eines Pfarrers ausgestattet. Er wurde der 3. Seelsorger in der bis dahin fast 70jährigen Pfarrgeschichte. Plötzlich und unerwartet verstarb Pater Kasper vor Vollendung seines 70. Lebensjahres am 8. Mai 2005 im Pfarrhaus. Kurzzeitig wurde Pater Hans Ollertz vom Johanneum in Homburg als Administrator bestellt.

 

Neue pastorale Regelung am Höcherberg

 

Bischof Dr. Anton Schlembach ernannte Pfarrer Andreas Münck -unabhängig von seinem Amt als Pfarrer von Bexbach St. Martin und Oberbexbach St.Barbara - mit Wirkung vom 1. Juli 2005 zusätzlich zum Pfarrer der Pfarreien Frankenholz St. Josef und Höchen St. Maria Geburt (seit 1.10.1977 bildeten beide Pfarreien eine Pfarreiengemeinschaft ) ernannt.

Die vier Pfarreien im Stadtgebiet Bexbach bilden seither eine Pfarreiengemeinschaft am Höcherberg.

 

 

Bearbeitet: Februar 2011 / Manfred Barth


Fenster St. Josef Frankenholz

Die Fenster in der Pfarrkirche St. Josef in Frankenholz

( eingeschl. Bericht über Künstler Willi Braun )

 

Die Kirchenfenster, insbesondere in den Seitenschiffen, kommen nach der umfangreichen Sanierung ( 2008/09) jetzt in der hellen und farbenprächtigen Pfarrkirche St. Josef so richtig zur Geltung, sie „strahlen“ regelrecht. Wenn man eine Beschreibung zum „Stichwort Kirchenfenster“ im Pilger Nr. 32/2009 wider gibt, welche auf deren Bedeutung eingeht, so haben diese eine zunächst einfache, aber wichtige Funktion. Sie lassen Licht in den dunklen Kirchenraum hinein. Die Fenster haben auch einen hohen symbolischen Gehalt: Das Licht, das durch die Fenster dringt, steht für das Verhältnis von Christus und der Kirche. Dabei übernehmen die Fenster die dienende Rolle Marias, die nicht an sich, sondern erst durch den göttlichen Sonnenstrahl leuchtet. Die Farbenpracht der Fenster weisen auf das himmlische Jerusalem hin. Dabei haben gemalte Fenster schon eine lange Tradition, sie tauchen Ende des zehnten Jahrhunderts auf. Die ältesten erhaltenen Glasfenster befinden sich im Augsburger Dom, sie stammen aus dem Ende des elften Jahrhunderts. So alt sind natürlich die Fenster in der jetzt 82 Jahre alten Pfarrkirche St. Josef nicht.

Die Chorfenster wie auch die Seitenfenster im Mittelschiff erhielten eine Farbverglasung im Jahre 1976, die der Kunstglaser Günther Anton aus Leonberg gestaltete. Diese modern strukturierten Fenster ersetzten vor über 30 Jahren die ursprünglich einfache Verglasung, bei Kosten von rd. 40.000 DM.


Gereinigt und neu hergerichtet wurden die künstlerisch wertvollen kleinen Kirchenfenster in den Seitenschiffen. Wenn die Sonnenstrahlen durch die Fenster fallen und die leuchtenden Farben so richtig zur Geltung kommen, rücken diese 12 gläsernen Kunstwerke direkt in den Blickpunkt. Sie sind ein echtes Kleinod. Vor ca. 4 Jahren kam die Frage auf, wer die Fenster eigentlich hergestellt hat, da auch jegliche Signatur fehlte. Zuerst kam man auf den Namen György Kàroly László LEHOCZKY, einen aus Ungarn stammenden Architekten und Kirchenfenstermaler, der hier im Saarland gelebt hat. Er schuf u.a. eine große Anzahl großer und kleiner Fenster (z.T. in Bleiverglasung) in zahlreichen saarländischen Kirchen und öffentlichen Gebäuden (wie Krankenhäusern, Schulen, Friedhofshallen und -kapellen), u.a. auch in der Prot. Kirche in Bexbach. Doch letztendlich, nachdem Nachforschungen über „Google“ angestellt wurden, fand man in der Werkliste zwar Fenster für die kath. Pfarrkirche St. Josef in Frankenholz, diese aber unter der Rubrik „Unausgeführte Entwürfe“. Im Jahre 1955 hatte der Künstler wohl Entwürfe für elf Fenster aus dem Leben des hl. Josef und der hl. Apostel hergestellt, die dann aber nicht zur Ausführung kamen. Im Beschlussbuch des Kirchenrates der Pfarrei St. Josef taucht dann am 10. Febr. 1957 ein Beschluss auf, der davon spricht, dass die Herstellung der kleinen Kirchenfenster Herrn Braun, München übertragen wird, zum Preise von 600 DM. Doch wer war dieser „Herr Braun“ ? Nach langem Suchen wurde man auch hier im Internet fündig, und zwar in einem Sonderdruck aus dem Jahrbuch des Kreises Düren aus dem Jahre 1973. Ein in München tätiger Autor, Dr. Rüdiger an der Heiden, veröffentlichte hier eine Beschreibung des Lebens und Lebenswerks des Malers Wilhelm Braun (1906 – 1986) aus München. Er beschreibt ihn als einen Maler von festverankerter Bodenständigkeit, der Tier und Landschaft in den Mittelpunkt seines Schaffens gestellt hat, mit Bildern, die den Betrachter mit einer malerischen Raffinesse von Farbklängen verführt. Auch seine religiöse Motive werden als Bilder von großer Ausdruckskraft geschildert. Neben dem malerischen Werk entstanden an Anzahl und Inhalt fast noch bedeutender Glasfenster mit tief leuchtender Farbigkeit des Symbols, Wandbilder und Mosaiken.


Dann kommt ein für Frankenholz besonderer Hinweis, denn da werden in der „Werkliste“ Glasfenster des Künstlers in Frankenholz z.B. neben der Glasfenstergestaltung am Max-Planck-Institut in München wie folgt dargestellt: „Der Mut zum Gegenständlichen, die Herausforderung eben an Assoziationen zu gotischen Fenstern brachte Werke wie den Zyklus der Glasfenster für die katholische Kirche von Frankenholz. Die bildhafte, eindringliche Interpretation des Lebens Christi von der Geburt bis zur Passion ist eine beispielhafte Lösung moderner Kirchenfenstergestaltung.“ Im Jahre 1959 wurden die Glasfenster in der Kirche in Frankenholz eingesetzt und sie verkünden seither eine „frohe Botschaft in leuchtenden Farben“. Und diese Farben sind nach der Reinigung im Rahmen der Kirchensanierung fast noch intensiver geworden. Und wahrscheinlich hat das herrliche „Blau“ auch zu der Farbgebung im Kirchenraum geführt, wie die Restauratorin Margit Mrziglod, die ja bei der Farbgestaltung wesentlich mitgewirkt hat, in einem Gespräch andeutete. Auf jeden Fall: Wenn alles fertig, eingeräumt und geputzt ist, wird die Gottesdienstbesucher am 8. November, eine in neuem Glanz erstrahlende Kirche erwarten.

Ausarbeitung: Manfred Barth 2011


St. Barbara Relief

St.Barbara-Relief wurde in der Pfarrkirche St. Josef eingesegnet

 

Am 1. und 2. Januar 1941 wurde die Grube Frankenholz von einem schweren Unglück heimgesucht. Nach dem Ausbruch eines Grubenbrandes am Neujahrstag, kam es am 2. Januar zu einer Schlagwetterexplosion, bei der insgesamt 41 Bergleute den Tod fanden. Allein 21 davon waren Angehörige der Grubenwehr, die als Rettungskräfte zur Brandbekämpfung von Nachbargruben zur Hilfe geeilt waren und gemeinsam mit ihren Frankenholzer Kameraden den Bergmannstod gefunden haben. Anlässlich des 70. Jahrestages des großen Unglücks wurde in der Sonntagsmesse am 2. Januar 2011 der auf Grube Frankenholz tödlich verunglückten Bergleute gedacht.

Im Rahmen der „Barbaramesse“ am 4. Dezember 2010 wurde durch Pfarrer Münck ein neues St.Barbara-Relief in der Pfarrkirche St. Josef eingesegnet. Eine „Heimatkundliche Interessengruppe“ hatte in Frankenholz ein Projekt „gestartet“, um, wie in vielen Kirchen in Bergmannsgemeinden üblich, auch in der nun so schön renovierten Frankenholzer Pfarrkirche, einen „Gedenkpunkt“ für die ehemalige Grube Frankenholz und vor allem auch für die hier von 1879 bis 1959 tödlich verunglückten Bergleute zu schaffen.

Als „Denk- oder Ehrenmal“ hatte man sich eine Darstellung der hl. Barbara auserkoren, aber nicht eine Barbara-Figur von irgendwoher. Man „stieß“ auf die „verschwundene Barbara“, wie sie in der Festschrift des Knappenvereins Bexbach aus dem Jahre 1985 beschrieben wurde. Dieses Relief-Bildwerk, das von Hella Seitz geb. Ledermann, der Tochter des ehemaligen Chefarztes des Knappschaftskrankenhauses Frankenholz, Dr. Hans Ledermann, geschaffen wurde, hatte ab dem Jahre 1957 vor dem Füllort in der 10. Sohle der Grube St. Barbara in Bexbach seinen Standort. Nach der Stilllegung der Grube 1959 nahm das Bildnis „seinen Weg“ über Kohlwald und Reden in den Sitzungssaal der Gemeinde Schiffweiler, wo es einen Ehrenplatz gefunden hat. Nach Schließung von Reden wurde die Barbara seitens der DSK der St.Barbara Bruderschaft Schiffweiler geschenkt und diese hat sie als „ewige Leihgabe“ der Gemeinde Schiffweiler in Obhut gegeben. Ein erfolgreicher Spendenaufruf und auch das Entgegenkommen der Gemeinde Schiffweiler und der dortigen Bruderschaft, nicht zuletzt aber auch die Zustimmung der Künstlerin, machten es möglich, die gewünschte Kopie in der Werkstatt der Fa. Framaco-Kopp, Bexbach zu fertigen. Auch der Hausherr der Kirche, Herr Pfarrer Münck, hat dem Projekt gerne zugestimmt.

Foto (privat):

Das neue St.Barbara-Relief in der Pfarrkirche St. Josef in Frankenholz


Innenrenovierung

Die Innenrenovierung der Pfarrkirche 2008/09

 

Die letzte Innenrenovierung der Pfarrkirche, so wie sich jetzt darstellt, wurde im September 2008 begonnen und im November 2009 abgeschlossen.


Feierlich zogen am Sonntag, 8. Nov. 2009 Messdiener und Fahnenträger sowie die Geistlichkeit in die sonnendurchflutete, frisch renovierte Kirche St. Josef in Frankenholz ein und nahmen in einem Festgottesdienst mit der Pfarrgemeinde offiziell ihr in neuem Glanz erstrahlendes Gotteshaus wieder in „Besitz“. Dabei kann auf die Worte „in neuem Glanz“ besonders hingewiesen werden, denn noch nie hat die nunmehr 83 Jahre alte Pfarrkirche eine derartige Farbenpracht erlebt. „Da kam Farbe rein“ kann im wahrsten Sinn des Wortes behauptet werden, hat doch die Farbgebung des Kircheninnern nach der Einweihung im Jahre 1927 mit einem „Kalkanstrich“ begonnen, wie dies damals vom Architekten Prof. Richard Berndl vorgeschlagen worden war Vor Beginn der Renovierungsarbeiten erschien das Kircheninnere düster und unansehnlich grau in grau, immerhin stammte der letzte Innenanstrich aus dem Jahre 1976. Jetzt kann sich der Kirchenbesucher an einer wohltuenden Farbgestaltung erfreuen. Wände und Decke leuchten freundlich in Farbtönen wie gelb, ocker, blau, golden, grau und holzfarben, um einiges mehr als gegenüber der letzten Sanierung. Überrascht ist man von der farblichen Neugestaltung des Altarraumes und der Arkaden zu den Seitenschiffen, hier wurde schwerpunktmäßig die Farbe blau verwendet, auch aus den Deckenfugen „lugt“ blau hervor. Es war schon eine „Totalsanierung“, die hier durchgeführt wurde, sie war sozusagen „radikal“, denn vom Boden bis zur Decke blieb fast nichts „alt“ oder „ungestrichen“. Da darf man an den Sanierungsbeginn 2008 erinnern, als der Presslufthammer mit Kompressor am Werk war und darauf die „schwereren“ Arbeitsgeräte wie „Minibagger“ anrückten. Ein nicht alltäglicher Lärm spielte sich im Hause Gottes ab, der mit Psalmen oder Orgelklängen nicht zu vergleichen war. Für die Angehörigen der Kirchengemeinde allerdings „schönste Musik“, da endlich die lange erwartete Innensanierung durchgeführt wurde. Nachdem der vom Holzwurm befallene Holzboden entfernt war, ging es mit einem Mini-Bagger im Kirchenraum an den „Untergrund“. Staubwolken stiegen auf, wenn die Greifzähne des Baggers die vorhandenen Fußbodenplatten der Flure nebst Unterbau aufnahm. Für die Angehörigen der Kirchengemeinde allerdings „schönste Musik“, da endlich die lange erwartete Innensanierung durchgeführt wurde. Nachdem der vom Holzwurm befallene Holzboden entfernt war, ging es mit einem Mini-Bagger im Kirchenraum an den „Untergrund“. Staubwolken stiegen auf, wenn die Greifzähne des Baggers die vorhandenen Fußbodenplatten der Flure nebst Unterbau aufnahm. Der ganze Kirchenraum sah wie eine riesige Tiefbaugrube mit „Überdachung“ aus, zumal auch noch die Heizungsschächte neu angelegt werden mussten. So nach und nach nahmen die Arbeiten „Formen“ an, Elektriker, Verputzer und Betonbauer waren am Werk, der marode Wandputz in den Seitenschiffen wurde erneuert, Gerüstbauer errichteten ein riesiges Stahlgerüst, um den Malern eine Arbeitsbühne zu bieten.


Dann kam Farbe in den hohen Raum, auf einen „Schlag“ war die Kirche hell und einladend. Diese Atmosphäre verbesserte sich noch weiter, nachdem die Flure und der Altarraum mit Natursteinplatten „Mainsandstein rot“ und „Wissenbourg gelb“ ausgelegt wurden. Auf Gussasphalt wurde dann der Parkettboden verlegt, der als Bodenfläche für die Bankreihen dient. Die Bankreihen wurden verringert und auch die Bänke wurden verkürzt und enden jetzt vor den Säulen zu den Seitenschiffen hin. Dadurch wurden die Flure breiter und bieten viel Raum, wenn auch durch die zusätzliche Beschränkung der Bankreihen auf jetzt 34, die Zahl der Sitzplätze für die Kirchenbesucher (bisher 520) sich auf rd. 400 verringert haben. Die Orgel wurde soweit bespielbar gemacht, muss aber wohl in absehbarer Zeit überholt werden. Neu „glänzen“ u.a. auch die Statue des Namenspatrons der Pfarrkirche, des hl. Josef, die Pieta, die Statuen Maria und Johannes, die neben dem großen Altarkreuz wieder Aufstellung gefunden haben, die Jesus-Statue aber auch die Kreuzwegstationen. Sie alle waren in „Kur“ bei den Restauratoren Martin und Margit Mrziglod in Tholey und diese hat sichtlich geholfen. Da das große Eingangsportal nicht mehr sanierbar war, wurde eine neue Tür aus Holz gefertigt. Auch die Sakristei wurde saniert und neu eingerichtet. Zur Empore wurde die alte wurmstichige Holztreppe abgerissen und durch eine neue gut begehbare Stahltreppe ersetzt. Auch eine neue Lautsprecheranlage an den Säulen ist installiert und auch die neue Beleuchtung rückt den Kirchenraum ins „rechte Licht“. Der Kostenaufwand für diese „Radikalsanierung“ betrug rd. 830.000 €. Die Pfarrgemeinde St. Josef muss rd. 130.000 € zu den Kosten beitragen. Zusätzliche Kosten soll die eventl. noch geplante Gestaltung des Altarraumes bringen, die in diese Maßnahme noch nicht einbezogen war.


Bearbeitet Manfred Barth, Febr. 2011


Späth-Orgel in der Pfarrkirche St. Josef Frankenholz

Orgelmusik gehört einfach zum Gottesdienst. Und wenn man den robusten „Holzkasten“ mit den silbernen Pfeifen auf der Empore betrachtet, muss man auf den ersten Blick annehmen, dass da so leicht nichts kaputt gehen kann. Doch weit gefehlt, denn es lauern viele Gefahren, wie z.B. Feuchtigkeit, Staub oder auch Hitze um enorme Schäden an Holz wie auch der Innentechnik anzurichten. Technisch gesehen ist eine Orgel ein sehr kompliziertes und hoch sensibles Instrument. Neben einer großen Anzahl von Orgelpfeifen verschiedener Bauart,  verfügt sie über zahlreiche mechanische Steuerungsteile, die im Laufe der Zeit einem natürlichen Verschleiß unterliegen.

Die Späth-Orgel in der Frankenholzer Pfarrkirche St. Josef, im Jahre 1951 eingeweiht, hat in ihrer 61jährigen „Lebenszeit“ schon einige „Schadensbekämpfungen“ erleben müssen und dies gerade wieder in den letzten Monaten. Ihren Namen „Späth-Orgel“ hat sie einfach deshalb, weil sie von der Orgelbaufirma Gebrüder Späth Ennetach-Mengen/ Württemberg gebaut wurde. (Die Firma war von Alois Späth 1862 gegründet worden, eine Neugründung erfolgte dann 1891 durch die Gebrüder Späth, ihr war 1928 der Ehrentitel „Päpstlicher Hoflieferant“ verliehen worden. Der Nachfolger August Späth gründete 1964 gemeinsam mit seinem Sohn Hartwig die „Freiburger Orgelbau“ ). Die Frankenholzer Orgel  hat 21 Register, 2 Manuale, 1 Pedalklaviatur, 1 Schwellwerk und 1 Crescendo-Walze.

Nicht nur die üblichen Verschleißerscheinungen die zur normalen „Orgelpflege“ gehören,  sondern eine dringend erforderliche „Grundsanierung“ war der Anlass der jüngsten Renovierungsarbeiten, durchgeführt durch die Orgelbaufirma Ohlert aus Kirkel, die im November 2011 begannen und jetzt abgeschlossen wurden. Es war dringend an der Zeit den Staub der Jahre, darunter auch der großen Kirchensanierung 2009, aus den Pfeifen und dem Gehäuse zu entfernen und die merklich zunehmenden technischen Defekte zu beheben.

„5 Monate war die Orgel krank, jetzt spielt sie wieder – Gott sei Dank !“,  so kann man mit Fug und Recht sagen, wenn auch der „Krankenschein“ zur Festgestaltung an Weihnachten kurz unterbrochen war, denn mit der Spieltischsanierung war der erste Teilabschnitt der Arbeiten soweit abgeschlossen. Nach Weihnachten wurde die Renovierung fortgesetzt, es ging jetzt praktisch ans „Eingemachte“, ans „Innenleben“. Orgelbauer Peter Ohlert  und sein Mitarbeiter „zerlegten“ regelrecht das Instrument und reinigten es von Grund auf, wie z.B. auch rd. 1.300 Orgelpfeifen verschiedener Größenordnung. Dabei ersetzten sie auch alte Materialien wie Ledermembranen und sonstige Lederteile, Pfeifenwerke wurden demontiert und in der Werkstatt des Orgelbauers in Kirkel bearbeitet.  Die Projektpfeifen erhielten neue „Fußspitzen“, verwurmte Holzteile und Pfeifenstöcke wurden ersetzt, ja selbst ein neues Motorschutzgehäuse musste eingebaut werden, um nur einige Arbeiten zu nennen. Man konnte feststellen, dass der Holzwurm in den 6 Jahrzehnten seit der Erbauung ganz schön „gewütet“ hat. Aber  Holzwurmbekämpfung, Tischler- und Metallbauerarbeiten sowie die Ergänzung bzw. der Nachbau fehlender Teile einer Orgel gehören praktisch zum täglichen  Brot eines Orgelbauers. Nachintonation und Generalstimmung, so kann man kurz und bündig den abschließenden großen Arbeitsaufwand bezeichnen, um der Orgel wieder ihre alte Klangfarbe und Klangfülle zu geben.  Dringend notwendig war auch die Putzsanierung der Rückwand hinter der Orgel, da diese durchnässt und beschädigt war.

In der Osternacht-Feier 2012 war es dann soweit: Als vor dem Gloria die Kirche hell erleuchtet wurde, intonierte die Organistin Pia Maria Herrmann auf der Späth-Orgel das Präludium Nr. 2 in G-Dur von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Die Orgel erklang nach Beendigung der Arbeiten zum ersten Mal in diesem Jahr in einem Gottesdienst und man spürte bei der festlichen Musik, dass die Arbeit – wie auch vom Beauftragten für Kirchenmusik Markus Schaubel bei der Abnahme bestätigt – voll und ganz gelungen ist. Die Orgel, auch "Königin der Instrumente" genannt, erklang in neuer Schönheit und für die Pfarrgemeinde St. Josef war die nunmehr nach rund 5 Monaten beendete Renovierung ein besonderes Ostergeschenk.

Für den Kirchenchor St. Josef war die Gestaltung des Gottesdienstes an Pfingstsonntag 2012 in seinem 85. Jubiläumsjahr  auch  das Dankamt für den gelungenen Abschluss der Sanierungsarbeiten an der Späth-Orgel. Die Festmesse zum Pfingstfest und zur Jubelkommunion wurde gesanglich umrahmt durch den Kirchenchor St. Josef unter Leitung von Pia Maria Herrmann. Der Chor, in den einzelnen Stimmen durch Gastsängerinnen und –sänger verstärkt,  präsentierte sich bei der Interpretation der ausgewählten Chorwerke als ein guter und harmonischer Klangkörper. Dargeboten wurde u.a. das „Kyrie“ und „Gloria“ aus der Messe breve no.7 von Charles Gounod, „Laudate Dominum“  (W.A.Mozart) und „Jesus bleibet meine Freude“  (J.S.Bach). Pia Maria Herrmann fungierte gleichzeitig auch als Sopransolistin, den Orgelpart hatte Joachim Weis übernommen.

Orgelsanierung war jetzt überfällig

Eine letzte größere Orgelreparatur ist nach den Unterlagen im Jahre 1989, also vor 22 Jahren erfolgt (rd. 10.000 DM).  Durch die 2009  abgeschlossene  Kirchensanierung und die damit verbundenen intensiven Renovierungsarbeiten im Kirchenraum wurde die Orgel, trotz Abdeckung, durch Feuchtigkeit und Staub sehr in Mitleidenschaft gezogen. Auch vorher schon, eigentlich schon seit dem Jahre 2003, war man um eine Orgelsanierung bemüht, denn es mussten notgedrungen verschiedene Arbeiten ausgeführt werden um das Instrument wenigstens spielfähig zu erhalten.  Seitens des Kirchenmusikalischen Instituts der Diözese war von einer größeren Orgelsanierung vor Beendigung der ebenfalls dringend erforderlichen Innenraumsanierung der Kirche abgeraten worden. An eine neue Orgel war aus Kostengründen nicht zu denken und so kurz nach Beendigung der Kirchensanierung war das „liebe Geld“ natürlich eine Mangelware, zumal  die Kirchengemeinde St. Josef  ja schon an dem Eigenanteil für die Kirche zu „knabbern“ hatte. Nach eingeholten Angeboten war für die Orgel mit einem  Sanierungsaufwand von über 30.000.- Euro  zu rechnen, was einen enormen „Kraftakt“ für die Pfarrei bedeutete, zumal seitens der Diözese keine Zuschüsse mehr gewährt werden.

Der kath. Kirchenchor St. Josef, der ja die Orgel mit als sein „Arbeitsgerät“ im kirchlichen Dienst sieht, hatte es sich im Zeichen der “knappen Kassen”  in der Pfarrgemeinde mit zur Aufgabe gemacht, für eine baldige Orgelsanierung einzutreten. Und so war auch der Verwaltungsrat der Pfarrei guten Mutes als er den Beschluss fasste, dass die Sanierung praktisch im 60.Jubiläumsjahr, wenigstens in einem ersten Teilabschnitt begonnen werden konnte. Aus den Reihen des Kirchenchores wurde der Gedanke aufgegriffen, intensiv für die Sanierung zu werben. Es wurde auch eine Aktion „Orgelpfeifen-Patenschaft“ ins Leben gerufen. So wurde die  Möglichkeit eröffnet, dass  Spender eine Patenschaft für Orgelpfeifen übernehmen können. Der Spendenbetrag kann aus verschiedenen Kategorien gewählt werden, von 25 € bis 150 €.  Aber auch höhere Einzahlungen für die Orgelsanierung werden mit herzlichem Dank entgegengenommen.

Durch verschiedene Benefizkonzerte oder auch sonstige Zuwendungen, wie auch durch die Einnahmen im Rahmen der Patenschaften konnte bisher ein Spendenbetrag von rd. 15.000 € erzielt werden. Auch werden „Türsammlungen“, wenn im Kirchenblatt angekündigt, nach dem Gottesdienst durchgeführt. Natürlich appelliert die Pfarrei nochmals an die Spendenbereitschaft der Pfarrangehörigen, damit dieser  Spendenbetrag weiter aufgestockt werden kann, zumal die Schlussrechnung nun rd. 32.000 € aufweist. „Wir erhoffen uns noch einige  Nachahmer“, so Diakon und Kirchenrechner Kurt Ardner, auch mit Blick auf die Patenschaftsübernahme.  So „warten“, bei immerhin rd. 1.300 Orgelpfeifen, noch viele auf einen Paten oder eine Patin.  Wer eine Patenschafts-Spende überweisen möchte, kann diese  auf eines der folgenden Konten der Kirchenstiftung tun, einmal bei der Kreissparkasse Saarpfalz BLZ 59450010 Konto-Nr. 1011230743 bzw. Volksbank Saarpfalz  BLZ 59291200, Konto.Nr. 610570003 (Kennwort „Orgel-Patenschaft“). Sobald die Zahlung erfolgt ist, wird eine Patenschaftsurkunde und selbstverständlich auf Wunsch auch eine Spendenquittung ausgestellt. Mit der Orgelpatenschaft wird z.B., abgesehen von der einmaligen Spende, keine weitere Verpflichtung eingegangen. Die Namen der „Paten“ werden in einem Spendenplan eingetragen,  der jetzt nach Fertigstellung der Arbeiten an der Orgelwand angebracht und auch stetig ergänzt wird. Ein herzliches Dankeschön gilt bereits jetzt allen Spenderinnen und Spendern.

 

Frankenholzer Orgelgeschichte

 

“ Nach dem Weiheakt erklang auf der mit 21 Registern ausgestatteten Orgel zum erstenmal ein festliches Lied”, so heißt es in einem Pressebericht über die Weihe der Kirchenorgel in der Pfarrkirche St. Josef in Frankenholz am 18. März 1951. Mit dem “Veni creator” eröffnete der Kath. Kirchenchor damals am Palmsonntag 1951 die Feierstunde zur Orgelweihe, die von Dekan Rembor als Vertreter des Bischofs von Speyer vorgenommen wurde. Kultusminister Dr. Straus aus Saarbrücken und Landrat Trittelwitz aus Homburg waren neben den örtlichen Kommunalpolitikern bei der Feier anwesend. Der Minister aus Saarbrücken, selbst mit dem Orgelspiel vertraut, nahm zum Abschluss am Spieltisch Platz um die Klangqualität zu begutachten.

Pfarrer Rau aus Wemmetsweiler und Studienrat Hengen stellten die Klangfarbe durch die verschiedenartige Tonerregung und Tonmischungen der neuen Späth-Orgel vor. Um den Klangreichtum auszunutzen stehen dem Organisten die 21 Register, 2 Manuale, eine Pedalklaviatur, ein Schwellwerk und eine Crescendo-Walze zur Verfügung. Die Orgel als gewaltigstes und ältestes Tasteninstrument, wurde ja bereits etwa ab dem 10.Jahrhundert in Kirchen eingeführt.

Die Frankenholzer “Orgelgeschichte” beginnt allerdings nicht an jenem Palmsonntag im Jahre 1951.  Nach der Einweihung der Pfarrkirche St. Josef am 4. Sept. 1927 fehlte der Kirchengemeinde natürlich das Geld um auch gleich für eine Orgel zu sorgen. Da viele Einrichtungsgegenstände für die Kirche und 1931 auch die Glocken zu beschaffen waren, reichte es im Jahre 1934 aber zur Anschaffung einer bereits über 100 Jahre alten kleinen Späth-Orgel, die von der Kirchenverwaltung damals als “provisorische Orgel” bezeichnet wurde, was bedeutete, dass sie nur vorübergehend eingesetzt werden sollte. Nicht zuletzt auch die Kriegsjahre, welche die Pfarrkirche St. Josef vor größeren Schäden bewahrten, ließen die “Übergangszeit” etwas länger werden.

Am 14. August 1949 stellte die Kirchenverwaltung fest, dass das “Provisorium” Orgel nicht mehr den Anforderungen genügt. Pfarrer Layes wurde damals beauftragt, mit den Firmen Paul Adam aus Straßburg und Gebrüder Späth in Ennetach- Mengen/ Baden-Württemberg Verhandlungen aufzunehmen. Eine neue Orgel mit ca. 20 Registern sollte es werden und im September 1950 lag ein Angebot der bekannten Orgelbaufirma Späth vor. Bei 21 klingenden Registern sollte der Preis 1.816.000 Frs. betragen. Wegen der bestehenden Grenzen ( die wirtschaftliche Rückgliederung und damit der endgültige Anschluss des Saarlandes an die Bundesrepublik, zu dem auch die zur Diözese Speyer zählende Saarpfalz gehörte, erfolgte am 6. Juli 1957)   kamen natürlich noch Zollunkosten dazu und mit den Frachtunkosten und verschiedenen Arbeiten und Auslagen, sollten die Kosten letztendlich dann 2.556.556 Frs. betragen.   Da eine große Anzahl der Pfarrangehörigen einem Spendenaufruf von Pfarrer Layes  folgten und neben freiwilligen Spenden auch “Privatdarlehen” zur Verfügung stellen wollten, beschloss die Kirchenverwaltung am 4. 9.1950 die Auftragserteilung an die Fa. Späth. Es musste auch gehandelt werden, weil die Metallpreise ansteigen sollten und so mit einer wesentlichen Verteuerung zu rechnen war. Die Kirchengemeinde verpflichtete sich, die Darlehen je nach Möglichkeit der verfügbaren Gelder abzulösen. Des Weiteren sollte zur Finanzierung auch auf für die Inneneinrichtung der Kirche vorhandene Rücklagen zurückgegriffen werden. Ein Glücksfall war damals die Zurückzahlung eines Darlehens der Kirchengemeinde  Reinheim in Höhe von 750.000 Frs., die diese 1948 von der Pfarrei St. Josef erhalten hatte. Die Darlehensgewährung erfolgte als “Aufbauhilfe” für die stark kriegsgeschädigte Kirche in Reinheim, praktisch als Dank weil die St. Josefs- Kirche in Frankenholz von den Kriegseinwirkungen verschont geblieben war. Die Darlehens-Aktion erfolgte auf Anregung der Diözese Speyer, um eine Unterstützung für unter der “Kriegslast” leidenden Pfarreien zu ermöglichen. Mit dem zurück erhaltenen Geld konnte man in Frankenholz die Privatdarlehen abgelten.

Bevor die Weihe der neuen Orgel erfolgen konnte, waren natürlich am Standort auf der Empore der Pfarrkirche die Orgelbauer der Fa. Späth über Wochen eifrig am Werk. Sie waren in Familien im Ort untergebracht. Dem Abbau der alten Orgel, die nochmals als “Provisorium”  in die erst Ende der 1940iger Jahre aufgebaute stark kriegsbeschädigte Kirche in Niederwürzbach ging, folgte dann der Aufbau des neuen Instrumentes. Rechtzeitig zum Palmsonntag, war das Werk getan. Traditionsgemäß musste die Orgel dann in der folgenden Karwoche von Gründonnerstag an schweigen, doch an Ostern, dem Fest der Auferstehung Christi, erklang sie in voller Fülle.

 

Kein Instrument verfügt über eine ähnlich lange und schillernde Geschichte wie die Orgel. Sie galt lange Zeit nicht umsonst als "Königin der Instrumente". An keinem anderen Instrument versuchten sich die Handwerker immer weiter an technischer Komplexität und künstlerischer Perfektion zu übertreffen. Für Architekten war die Gestaltung des Orgelprospektes eine der reizvollsten Aufgaben beim Kirchenbau. Die Spieler der Orgel galten immer als die am ganzheitlichsten gefragten Musiker, viele bedeutende Komponisten schrieben ihre inhaltlich tiefstgehenden Werke für die Orgel.

Mit der zunehmenden kirchlichen Entfremdung der Gesellschaft ist die Pflege der Orgelkultur in ernsthafte Gefahr geraten. Kaum eine Kirchengemeinde kann noch das Geld für die Pflege ihrer Orgel aufbringen, an Neubauten ist kaum zu denken. Viele bedeutende Orgelbaufirmen mussten bereits Konkurs anmelden.

 

Möge die Orgel in der Pfarrkirche St. Josef in Frankenholz  deshalb noch lange erklingen, und zwar passend zu der Dichtung von Ludwig Mathar, die Heinrich Lemacher zur Hymne “Sancta Cäcilia”, zu Ehren der Patronin der Kirchenmusik, vertont hat:  „Horcht! und die Orgel, sie tönet dazwischen, bald ist den Höh`n, bald den Tiefen sie nah; jetzt will sie herrschen und  jetzt sich vermischen, Meistrin des Spiels, St. Cäcilia”.

 

Manfred Barth            ( Mai 2012)

 

Foto Späth-Orgel in der Pfarrkirche St. Josef in Frankenholz