Kirchenchor St. Josef feiert 90-Jähriges

 

Der katholische. Kirchenchor St. Josef Frankenholz wurde 90 Jahre alt. Die ursprüngliche Gründung im Jahr 1913 hatte keine Zukunft, da der 1. Weltkrieg den Bau einer Pfarrkirche in Frankenholz verhinderte. Die Frankenholzer Katholiken gehörten  damals zur Pfarrei Höchen.

Formell gegründet wurde der Cäcilienverein Frankenholz am 2. Oktober 1927 - nach der Weihe der Pfarrkirche St. Josef am 4. September 1927 – unter Leitung von Pfarrer Weiser aus Höchen. Im Jahre 1951 änderte der Chor seinen Namen in „Katholischer Kirchenchor St. Josef“. Die 90 Jahre des Bestehens waren eine lange Wegstrecke mit Höhen und Tiefen, die aber immer wieder gemeistert wurden. Seine kirchenmusikalischen Aufgaben hat der Kirchenchor St. Josef im Leben der Pfarrei erfüllt, er pflegt aber neben dem Kirchengesang das weltliche Liedgut

und ist damit auch in der Dorfgemeinschaft präsent. 

Natürlich gibt das 90-jährige Bestehen des Chores Anlass zur Freude und vor allem auch

zum Feiern. Nach der eindrucksvollen Gestaltung der Festmesse zum 90. Weihetag

der St. Josefs-Kirche am 3. September hatte der Kirchenchor St. Josef am 5.

November zu einem Jubiläumskonzert in die Kirche eingeladen, dazu als Gast den

Gemischten Chor des MGV Liederkranz.

In einer hervorragenden Konzertatmosphäre stellten die beiden Chöre, der Jubelchor

(Leitung Pia Maria Herrmann) sowie der Gemischte Chor des MGV „Liederkranz“

(Leitung Isolde Fernes-Blatt) ihr Können und vor allem ein gutes musikalisches

Einfühlungsvermögen unter Beweis. Das anspruchsvolle und abwechslungsreiche

Programm sakraler Musik und die gute Vortragsqualität honorierten die Besucher

mit verdientem Applaus. Nach der Eröffnung durch den Jubelchor mit der Motette

„Cantate Domino“ (G. O. Pitoni) interpretierten die Sängerinnen und Sänger

Kompositionen von Charles Gounod, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Georg Friedrich

Händel, Thomas Gabriel, Klaus Heizmann und Robert Haas. Beide Frankenholzer

Chöre zeigten als Gemeinschaftschor eine harmonische Klangfülle, die auch Dank

der guten Akustik der Kirche besonders beeindruckte. Musikalische Akzente

setzten auch die Solistinnen Pia Maria Herrmann (Sopran), Elena-Maria Herrmann

(Violine) und Isabel Schmoll (Orgel). Lob und Dank gab es zum Abschluss für alle Aktiven, die Dirigentinnen, besonders auch für Pia-Maria Herrmann für die musikalische Gesamtleitung und die Solistinnen. Der Kirchenchor St. Josef bedankte sich bei allen, die den

Weg zum Konzert gefunden und auch durch eine Spende den Chor unterstützt haben.

 

Ehrungen

Am Konzertabend wurden auch langjährige Sängerinnen und Sänger für ihren Dienst im

Kirchenchor gewürdigt: Herbert Lamber für 65 Jahre, Manfred Barth für 60 Jahre,

Karl-Heinz Boßlet für 50 Jahre, Inge Uhlmann, Ursula Omlor, Elke Schwarz und

Manfred Lapré für 40 Jahre sowie Petra Ackermann und Karin Simon für 25 Jahre.

Eine besondere Ehrung erhielt auch die Dirigentin Pia Maria Herrmann für 30

Jahre Chorgesang und 25 Jahre Dirigat. Präses Pfarrer Ulrich Weinkötz, der auch

die Besucher zu Beginn begrüßt und deren Anwesenheit auch als Wertschätzung für

die Leistungen des Chores bewertet hatte, sowie der Vorsitzende Horst Kraus

lobten den Einsatz der Jubilare und überreichten Anerkennungsschreiben von

Bischof Dr. Karlheinz Wiesemann sowie Regens Markus Magin als Präses der

Kirchenchöre im Bistum Speyer, verbunden mit dem Dank für den treuen Dienst an

der Musica Sacra unter Hinweis auf dem Psalm „Singt dem Herrn ein neues Lied,

greife voll in die Saiten und jubelt laut“. Anerkennung ausgesprochen wurde

auch Manfred Barth für 40-jähriges Engagement in der Vorstandschaft des Chores,

davon 14 Jahre als Vorsitzender, sowie Manfred Lapré als Schriftführer und 2.

Vorsitzender seit 1989.

Glückwünsche zum Chorjubiläum überbrachten Ortsvorsteher Rudi Müller und Bürgermeister

Thomas Leis, beide an diesem Konzertnachmittag auch als Sänger im MGV-Chor

aktiv.

 

Pia-Maria Herrmann leitet seit über 25 Jahren den Chor

Insgesamt 9 Dirigenten haben den Kirchenchor in seiner bisherigen Geschichte geleitet, unter ihnen mit der jetzigen Dirigentin Pia Maria Herrmann 3 Frauen. Die heutige Musikpädagogin am Johanneum in Homburg wurde am 5. August 1991 durch Pfarrer Emil Bayer in ihr Amt eingeführt und konnte also im vergangenen Jahr bereits auf eine 25-jährige Dirigententätigkeit

zurückblicken. Zuvor war sie schon ab dem 16. Lebensjahr Sängerin im Chor. Eine

offizielle Ehrung erfolgte nun beim Jubiläumskonzert. Die Sängerinnen und

Sänger haben mit ihrer Chorleiterin in all den Jahren beachtliche Leistungen

erbracht. „Unsere Dirigentin Pia Maria erledigt ihre Aufgabe professionell und

mit viel Herzblut und das Singen unter ihrer Leitung macht Spaß. Wir sind stolz

auf das, was sie mit uns bisher erarbeitet hat und hoffen auf eine lange

gemeinsame Zukunft“, so die Meinung der derzeit rund 20 Chormitglieder, die

sich wie ihre „Chefin“ natürlich auch über Neuzugänge und damit stimmliche

Verstärkung freuen würden. (Texte/Foto: M.B.)

 

 

Kath. Kirchenchor St. Josef Frankenholz

 

Wäre der erste Weltkrieg nicht ausgebrochen und hätten sich die damaligen Pläne zum Bau einer Kirche verwirklichen lassen, wäre der kath. Kirchenchor bereits schon einige Jahre älter als er heute ist. Denn am 2. Februar 1913 wurde im Anschluss an die Generalversammlung des damaligen Kirchenbauvereins ein Cäcilienverein gegründet, der dann allerdings nie seine Arbeit aufgenommen hat. Der Weltkrieg zerstörte die Pläne für einen Kirchenbau und es zeigte sich, dass ein Kirchenchor ohne Kirche nicht existieren kann. Doch sofort nach der Weihe der eigenen Pfarrkirche am 4. Sept. 1927 und noch bevor mit Lokalkaplan Luitpold Layes der erste Seelsorger am 15. Oktober 1927 bestellt und am 23.Oktober dann in sein Amt eingeführt wurde, kam es am 2.Oktober 1927 unter Leitung von Pfarrer Weiser aus Höchen im Gasthaus Ruffing zur offiziellen Gründung eines Pfarrcäcilienvereins, wie damals der offizielle Name war, der nun auch seine Arbeit aufnehmen konnte, den gottesdienstlichen Gesang in der neuen Pfarrkirche zu pflegen. Mit überwältigender Mehrheit ( 33 Stimmen) wurde damals Hauptlehrer Karl Leibel in schriftlicher Wahl zum ersten Dirigenten gewählt, er war auch gleichzeitig Leiter des einheimischen Männergesangvereins „Liederkranz“. Dies war natürlich von Vorteil, da zahlreiche katholische Männer sich auch dem Kirchenchor als Sänger zur Verfügung stellten. Die große Anzahl der Sängerinnen und Sänger und das Können des Chorleiters gewährleisteten eine gute Aufbauarbeit der Chorgemeinschaft. Während des II. Weltkrieges konnte die Arbeit des Kirchenchores, da jüngere männliche Stimmen fehlten, vor allem mit den Mädchen und Frauen weitergeführt werden.


1951 erfolgte die Namensänderung. Aus dem “Pfarrcäcilienverein” wurde der “Kirchenchor St. Josef” (benannt nach dem Patron der Pfarrkirche), auch als Klarstellung, weil es sich nicht um einen Verein im üblichen Sinne handelt. “ Der Kath. Kirchenchor ist eine Vereinigung zur Pflege der Kirchenmusik”, so die Begriffsbestimmung in der Satzung für die Kath. Kirchenchöre im Bistum Speyer. Der Kirchenchor St.Josef sieht seine Aufgabe neben dem Kirchengesang auch in der Pflege des weltlichen Liedgutes. Neben der feierlichen Gestaltung der Liturgiefeier in der Pfarrkirche stehen auch Kirchenkonzerte im Mittelpunkt der Arbeit. Nicht zuletzt war und ist der Chor auch bei Veranstaltungen örtlicher Vereine wie auch der politischen Gemeinde tätig. Im Dienst der “Musica Sacra” haben die Sängerinnen und Sänger sowie die Chorleiterinnen und Chorleiter in all den Jahren beachtliche Leistungen erbracht. Dies zeugt auch von Idealismus für die Sache und ehrenamtliches Engagement als wichtige Elemente für unsere Gesellschaft.

Die Sorge der meisten Chöre teilt auch der Kirchenchor: es fehlt am Nachwuchs, d.h. der Chor überaltert langsam. Diese Sorge ist aber nicht neu, sie ist beim Durchblättern des Chor-Protokollbuches fast in jedem Jahrzehnt des Bestehens zwischen den Zeilen der Niederschriften zu lesen. Der Großteil der aktiven Sängerinnen und Sänger ist schon seit Jahrzehnten dem Kirchenchor treu verbunden. Wichtig für die Zukunft des Chores sind vor allem Neuzugänge von Sängerinnen und Sängern für alle vier Stimmen. Die Probestunden für den Chor sind montags von 18.30 bis 20 Uhr im Gemeinschaftsraum des Pfarrhauses. Unsere Dirigentin, Frau Pia Maria Herrmann, erfüllt ihre Aufgabe mit Schwung und Können und das Singen unter ihrer Leitung macht Spaß. Noch mehr, wenn wir eine leistungsstarke Gemeinschaft haben. Wer Interesse hat, möge einfach einmal zu einer “Schnuppergesangstunde” vorbeischauen. Alle sind herzlich willkommen und eine Entscheidung zur aktiven Mitarbeit ist dann immer noch möglich.