Kath. Kirchenchor St. Josef Frankenholz

 

Wäre der erste Weltkrieg nicht ausgebrochen und hätten sich die damaligen Pläne zum Bau einer Kirche verwirklichen lassen, wäre der kath. Kirchenchor bereits schon einige Jahre älter als er heute ist. Denn am 2. Februar 1913 wurde im Anschluss an die Generalversammlung des damaligen Kirchenbauvereins ein Cäcilienverein gegründet, der dann allerdings nie seine Arbeit aufgenommen hat. Der Weltkrieg zerstörte die Pläne für einen Kirchenbau und es zeigte sich, dass ein Kirchenchor ohne Kirche nicht existieren kann. Doch sofort nach der Weihe der eigenen Pfarrkirche am 4. Sept. 1927 und noch bevor mit Lokalkaplan Luitpold Layes der erste Seelsorger am 15. Oktober 1927 bestellt und am 23.Oktober dann in sein Amt eingeführt wurde, kam es am 2.Oktober 1927 unter Leitung von Pfarrer Weiser aus Höchen im Gasthaus Ruffing zur offiziellen Gründung eines Pfarrcäcilienvereins, wie damals der offizielle Name war, der nun auch seine Arbeit aufnehmen konnte, den gottesdienstlichen Gesang in der neuen Pfarrkirche zu pflegen. Mit überwältigender Mehrheit ( 33 Stimmen) wurde damals Hauptlehrer Karl Leibel in schriftlicher Wahl zum ersten Dirigenten gewählt, er war auch gleichzeitig Leiter des einheimischen Männergesangvereins „Liederkranz“. Dies war natürlich von Vorteil, da zahlreiche katholische Männer sich auch dem Kirchenchor als Sänger zur Verfügung stellten. Die große Anzahl der Sängerinnen und Sänger und das Können des Chorleiters gewährleisteten eine gute Aufbauarbeit der Chorgemeinschaft. Während des II. Weltkrieges konnte die Arbeit des Kirchenchores, da jüngere männliche Stimmen fehlten, vor allem mit den Mädchen und Frauen weitergeführt werden.


1951 erfolgte die Namensänderung. Aus dem “Pfarrcäcilienverein” wurde der “Kirchenchor St. Josef” (benannt nach dem Patron der Pfarrkirche), auch als Klarstellung, weil es sich nicht um einen Verein im üblichen Sinne handelt. “ Der Kath. Kirchenchor ist eine Vereinigung zur Pflege der Kirchenmusik”, so die Begriffsbestimmung in der Satzung für die Kath. Kirchenchöre im Bistum Speyer. Der Kirchenchor St.Josef sieht seine Aufgabe neben dem Kirchengesang auch in der Pflege des weltlichen Liedgutes. Neben der feierlichen Gestaltung der Liturgiefeier in der Pfarrkirche stehen auch Kirchenkonzerte im Mittelpunkt der Arbeit. Nicht zuletzt war und ist der Chor auch bei Veranstaltungen örtlicher Vereine wie auch der politischen Gemeinde tätig. Im Dienst der “Musica Sacra” haben die Sängerinnen und Sänger sowie die Chorleiterinnen und Chorleiter in all den Jahren beachtliche Leistungen erbracht. Dies zeugt auch von Idealismus für die Sache und ehrenamtliches Engagement als wichtige Elemente für unsere Gesellschaft.

Die Sorge der meisten Chöre teilt auch der Kirchenchor: es fehlt am Nachwuchs, d.h. der Chor überaltert langsam. Diese Sorge ist aber nicht neu, sie ist beim Durchblättern des Chor-Protokollbuches fast in jedem Jahrzehnt des Bestehens zwischen den Zeilen der Niederschriften zu lesen. Der Großteil der aktiven Sängerinnen und Sänger ist schon seit Jahrzehnten dem Kirchenchor treu verbunden. Wichtig für die Zukunft des Chores sind vor allem Neuzugänge von Sängerinnen und Sängern für alle vier Stimmen. Die Probestunden für den Chor sind montags von 18.30 bis 20 Uhr im Gemeinschaftsraum des Pfarrhauses. Unsere Dirigentin, Frau Pia Maria Herrmann, erfüllt ihre Aufgabe mit Schwung und Können und das Singen unter ihrer Leitung macht Spaß. Noch mehr, wenn wir eine leistungsstarke Gemeinschaft haben. Wer Interesse hat, möge einfach einmal zu einer “Schnuppergesangstunde” vorbeischauen. Alle sind herzlich willkommen und eine Entscheidung zur aktiven Mitarbeit ist dann immer noch möglich.