Ökumenische Fahrt nach Speyer

 

 

 

Anlässlich des 500-jährigen Jubiläums der Reformation fuhr der Arbeitskreis der katholischen und protestantischen Kirchengemeinden nach Speyer, um die bedeutendsten protestantischen Stätten zu besichtigen. Sehr großen Raum nahm dabei die Besichtigung der Gedächtniskirche ein, die heute noch als besterhaltene Darstellung der Neugotik gilt. Bereits in der Vorhalle ist ein beeindruckendes Lutherstandbild zu sehen, wobei der Reformator mit seinem rechten Fuß auf die päpstliche Bannbulle tritt und in seiner linken Hand die offene Bibel trägt: sie ist sozusagen sinnbildlich für seine Theologie: die Schrift allein führt zum Verständnis und zur Erkenntnis von Gottes Wort. Die Gedächtniskirche selbst erinnere nach den Ausführungen von Oberkirchenrat Dr. Bümlein an drei  Momente: zum Ersten an die Gründung der Unionskirche im Jahre 1818 durch den Zusammenschluss von Lutheranern und Reformierten, zum Zweiten an Christus selbst: Er wird nicht als der Gekreuzigte dargestellt, sondern als der Christus des Lebens und des Segnens. Zum Dritten erinnere die Kirche an die Protestation von 1529 in Speyer: 6 Fürsten und 14 freie Reichsstädte „protestierten“ gegen die Beschlussvorlage des 2. Reichstages, dass die Lehre Luthers endgültig verboten werden sollte. Mit dieser Protestation wurde letztlich die Trennung von römisch-katholischer und reformierter Kirche besiegelt. Nachmittags erläutere Doris Stenz im Rahmen eines Stationenweges weitere wichtige protestantische Gebäude: die lutherische Dreifaltigkeitskirche, die ehemals reformierte Heiliggeist-Kirche, den Maulbronner Klosterhof, wo einflussreiche protestantische Wortführer der Protestation wohnten, sowie die Gaststätte „Domhof“, an deren Stelle der ursprüngliche Ort der Protestation gewesen ist. Die Familie Stenz hatte diesen Ausflug wieder sehr detailliert organisiert, so dass er als fester Bestandteil des ökumenischen Kirchenjahres wiederum zum weiteren besseren Zusammenleben der beiden Konfessionen in Bexbach beitrug.

 

Wie sehr die ökumenische Bewegung das Verhältnis der beiden Konfessionen positiv veränderte, belegt ein Zitat von Dr. Bümlein: „Bei der Einweihung der Gedächtniskirche 1904 war kein offizieller katholischer Vertreter anwesend. Heute haben wir viele ökumenische Begegnungen in dieser Kirche.“

 

Der ökumenische Arbeitskreis informiert


Die letzte Jahres-Sitzung des ökum. Arbeitskreises der protestantischen und katholischen Kirchengemeinden wird traditionell dazu genutzt, um einen Jahresrückblick zu halten, aber auch um die Weichen für das neue Jahr zu stellen. Was den Jahresrückblick betrifft, so waren in diesem Jahr wieder mehrere ökumenische Gottesdienste gefeiert worden, z.B. anlässlich des Neujahrs, der ökum. Bibelwoche und des Buß- und Bettages. Die ökum. Woche im März befasste sich mit dem neutestamentlichen Paulus-Brief an die Galater. Der ökum. Ausflug führte im Juni nach Worms. Der Kinderbibeltag rundete die gemeinsamen Veranstaltungen ab.

 

Unter dem Vorsitz von Pfarrer Hansdieter Heck legte der Arbeitskreis das Thema der nächsten ökum. Woche fest: Hildegard von Bingen. Vom 22.-27. Febr. des nächsten Jahres wird die Mystikerin und Benediktinerin im Mittelpunkt stehen. Zwei Referenten sind angefragt, um das Leben und Wirken dieser vielseitigen Nonne aus theologischer und heilpraktischer Perspektive zu beleuchten. Genaueres wird im Januar 2016 bekanntgegeben. Da der ökum. Ausflug stets im Zusammenhang mit der Thematik der ökum. Woche steht, wird er am 3. Sept. 2016 sicherlich zu Klöstern und Stätten der Hlg. Hildegard führen.

 

Für den ökum. Gottesdienst an Neujahr um 17 Uhr in der kath. Pfarrkirche ergeht jetzt schon an alle Gläubigen und Interessierten herzliche Einladung. Auch diese ökum. Veranstaltung – mit dem anschließenden Empfang im prot. Gemeindehaus - ist mittlerweile zur bewährten Tradition geworden, stellt man doch das neue Jahr für die persönlichen und darüber hinausgehenden Anliegen unter den besonderen Schutz Gottes.

 

Der im Mai dieses Jahr von der Protestantischen Landeskirche der Pfalz und dem Bistum Speyer verabschiedete „Leitfaden für das ökumenische Miteinander“ war ein weiterer Tagesordnungspunkt der Sitzung. Sehr viele konkrete Anregungen zur Zusammenarbeit der beiden Konfessionen sind darin enthalten, u.a. zur Diakonie/Caritas, zum Frieden, zur Bewahrung der Schöpfung, zu gemeinsamem Auftreten und zum interreligiösen Dialog. Diese Vielfalt und die theologische Grundlegung werden der künftigen gemeinsamen Arbeit in Bexbach noch weitere Impulse verleihen.

 

 

 

L/B