„Not sehen und handeln“

Das Wirken des St. Vinzentiusvereins e.V. in unserer Pfarrei

In der Tradition des hl. Vinzenz von Paul, der sich im 17. Jh. in Frankreich und besonders in Paris segensreich um Kranke und notleidende Menschen kümmerte und der als Begründer der kirchlichen Caritasarbeit gilt, schlossen sich in der 2. Hälfte des 19. Jh. vielerorts katholische Laien in sog. „Vinzentiusvereinen“ zusammen um kranken Menschen beizustehen und sie zu pflegen.

In der Pfarrei St. Martin Bexbach wurde diese Tradition aufgenommen und im Jahre 1897 der „Vinzentiusverein, Verein für ambulante Krankenpflege e.V. auf Initiative des damaligen Pfarrers Jakob Boßle gegründet. Zunächst wurde die Krankenpflege von sozial engagierten Frauen der Pfarrei ausgeübt. Bald konnten aber die ehrenamtlichen Kräfte diese Arbeit nicht mehr bewältigen. Bereits 1900 wurde die ambulante Krankenpflege den Mallersdorfer Schwestern übertragen. Für die zu errichtende Schwesternstation erwarb der Verein das frühere Schulhaus neben der Kirche, das heutige „Alte Schwesternhaus“ oder „Vinzentiushaus“, das jetzt der Pfarrei St. Martin gehört.

Die segensreiche Tätigkeit der Krankenschwestern dauerte bis 1975. Dann musste die Station wegen Überalterung der Schwestern und Nachwuchsmangel aufgelöst werden.

Aufgabe des Vinzentiusvereins war in erster Linie die finanzielle und ideelle Unterstützung der Station durch Mitgliedsbeiträge und direkte Hilfe. Seit seiner Gründung nahm der Verein eine stete Aufwärtsentwicklung, einerseits in der Mitgliederzahl, andererseits aber auch in der starken Zunahme der von den Schwestern erbrachten Pflegeleistungen. Die Mitgliederzahl erreichte mit 1556 im Jahre 1954 ihren Höchststand. In dieser Zeit wirkten bis zu acht Schwestern in Pflege und Haushalt in der Station. Heute hat der St. Vinzentiusverein 560 Mitglieder.

In den 75 Jahren ihres Wirkens erlebten die Schwestern bei ihrem Dienst schwere Zeiten, zwei Weltkriege, die Armut der Menschen in der Nachkriegszeit und das sog. „Dritte Reich“. Alle diese Ereignisse erschwerten in erheblichem Maße ihren Dienst. Viele Kranke pflegten sie in selbstloser Weise. Viele Sterbenden begleiteten sie in den letzten Stunden.

Nach dem Weggang der Schwestern im Jahre 1975 trat in der Krankenpflege am Höcherberg eine völlige Neustrukturierung ein. Die Kirchengemeinden beider Konfessionen und die Krankenpflegevereine gründeten im Bereich der neuen Stadt Bexbach die ökumenische Sozialstation Bexbach, deren Träger sie sind. So war eine flächendeckende, moderne ambulante Pflege für den gesamten Höcherbergraum gewährleistet.

Auch heute sprechen viele Gründe für die Mitgliedschaft in einem Krankenpflegeverein:

- Die Unterstützung der ökumenischen Sozialstation ist ein Zeichen der christlichen Solidarität mit Kranken oder notleidenden Menschen, auch, wenn man momentan selbst keine Hilfe braucht.

- Die Krankenpflegevereine garantieren die Wahrung des christlichen Profils in der Krankenpflege.

- Auch junge Menschen können die Hilfe der Sozialstation brauchen, der Beitrag bezieht sich auf die gesamte Familie.

- Für Finanzierungslücken, die bei der Pflege entstehen können, übernimmt der Verein bis zu einer bestimmten Höhe Vergünstigungen, sog. „Rabatte“.

- Die finanzielle Unterstützung der ökumenischen Sozialstation durch die Krankenpflegevereine hilft mit, deren hohes Qualitätsniveau zu halten bzw. zu verbessern.

Der Jahresbeitrag des Vinzentiusvereins beträgt 24 Euro, davon gehen 22 Euro an die Sozialstation.

Ansprechpartner in der Pfarrei St. Martin sind Herr Pfarrer Münck (1. Vorsitzender, Tel. 4875), Gerhard Kribelbauer (2. Vorsitzender, Tel. 2746) sowie die ökumenische Sozialstation Bexbach, Tel 3091.